Woher kommen die Insekten

Tim Dapprich |

Die Herkunft der Insekten

Unsere Buffalos kommen aus Ermelo (nahe Amsterdam) in den Niederlanden.

Die Niederländer sind wahre Pioniere, wenn es um Aufzucht und Verarbeitung von Insekten und um ihre Etablierung als Nahrungsmittel geht. Die Insektenzucht Kreca Ento-Food BV züchtet als Teil der Proti-Farm Gruppe seit über 10 Jahren Insekten für den menschlichen Verzehr und seit fast 40 Jahren für die Futtermittelindustrie. Mittlerweile hat sie sich als Weltmarktführer in etabliert. Eine Menge Erfahrung, die mittlerweile an die zweite Generation weitergegeben wurde.

Momentan werden die Kapazitäten in Ermelo stark ausgebaut, denn seit dem Inkrafttreten der Novel Food Verordnung im Januar 2018 ist die Nachfrage nach Insekten für den menschlichen Verzehr stark gewachsen.

Auf einer Art Tablettwagen werden die Buffalos bei einer konstanten Temperatur von ca. 30 Grad gezüchtet. Insekten sind wechselwarm; ihre Körpertemperatur entspricht also der Umgebungstemperatur und sie müssen keine Energie für die Regulierung aufbringen.

Die Tiere mögen es eng, dunkel und warm und können auf einzelnen Tabletts bis zu mehrere tausend Tiere gezüchtet werden. Übereinandergestapelt kann vertikal gezüchtet und so enorm viel Platz gespart werden.

Ressourcenschonende und ethische Aufzucht der Insekten

Ein weiterer großer Vorteil und der Grund für die überzeugende Umweltbilanz der Insekten ist ihre effiziente Futterumsetzung (für 1 Kilogramm Gewicht werden 2 Kilogramm Futter benötigt. Bei Schweinen sind es 9 Kilogramm, bei Rindern gar 25 kg). Die Buffalos wachsen daher schnell und können bereits nach sechs Wochen „geerntet“ werden. Gefüttert werden sie mit einer ballaststoff- und proteinreichen Mischung aus Getreide und Gemüse.

Bevor sie geerntet werden, werden die Buffalos auf Diät gesetzt, so dass sich zum Zeitpunkt der Weiterverarbeitung nichts mehr in ihrem Verdauungssystem befindet. Dann werden sie zunächst auf 15 Grad heruntergekühlt, bevor sie tiefgefroren und gefriergetrocknet werden. Es handelt sich hier um eine besonders schonende Verarbeitung. Die Insekten gehen quasi in einen ewigen Winterschlaf.

Jeder Produktionsschritt wird bei kreca konsequent überwacht und gemäß der strengen europäischen Richtlinien für Hygiene und Lebensmittelsicherheit ausgeführt. Bei der Aufzucht kommen keinerlei Antibiotika, Hormone, Pestizide oder Konservierungsstoffe zum Einsatz.

Auch in politischer Hinsicht zählt protifarm/kreca zu den Vorreitern in der Insektenbranche. Zum Beispiel als Gründungsmitglied der IPIFF (International Platform of Insects for Food and Feed), einer Non-profit-Organisation, die die Interessen der Insektenbranche in Europa gegenüber der EU-Politik, den Gesetzgebern und der Bevölkerung vertritt. Als Verband wirbt sie seit 2012 für die Etablierung von Insekten als Nahrungsmittel und Futtermittel in der EU.

isaac nutrition kooperiert seit über einem Jahr mit kreca, um eine reibungslose Lieferkette zu garantieren, aber auch um mit vereinten Kräften an der Etablierung von Insekten als Nahrungsquelle in Europa zu arbeiten.